Brennelementefabrik zukunftsbereit?

Die ANF (Brennelementefabrik) in Lingen sieht sich für die Zukunft gut gerüstet. Der Werksleiter Hoff erzählt der Neuen Osnabrücker Zeitung sogar stolz davon, dass ein „Erstkern“, also eine Erstbefüllung mit 245 Brennelementen für den Reaktor-Neubau in Finnland geliefert worden sei. Dabei ist dort eigentlich alles schief gelaufen – die Fundamente wurden mit zu schwachem Beton gebaut, die Baukosten haben sich verdreifacht, um die Kosten wird gestritten und der Bau verzögerte sich. Außerdem – und viel wichtiger – nach den Atomkatastrophen von Majak, Tschernobyl und Fukushima sollte klar sein, dass Atomkraft nie sicher sein wird. Eine Inbetriebnahme von Atomreaktoren steht der Energiewende entgegen, da Atomkraft nicht als Ergänzung zu wechselhaftem Strom aus Wind- und Sonne taugt. Wenn ANF dennoch in der Öffentlichkeit stolz darauf sein kann, ein neues Atomkraftwerk zu beliefern, zeigt das nur dass wir noch nicht genug getan haben um die Schattenseiten davon zu thematisieren.

Auch die von Hoff angeführte Argumentation, wenn wir es nicht tun, liefern andere ist kein Argument. Zum einen ist nicht klar, ob andere überhaupt liefern können (wegen unterschiedlicher technischer Voraussetzung) und zum anderen müssen wir irgendwo anfangen, die Brennstoffkette zu stoppen. Die Stilllegung der Brennelementefabrik wäre hier ein guter Anfang. Damit weder Reaktoren mit Rissen, noch AKW-Neubauten beliefert werden können.

Aus diesen Gründen wird es auch dieses Jahr, diesmal zum 30. Jahrestag der Inbetriebnahme des AKW Emsland eine Demo gegen alle Atomanlagen in Lingen geben – am 9. Juni geht es vom AKW zur Brennelementefabrik um zu zeigen, dass diese untrennbar miteinander verbunden sind.

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