Brennelemente aus Lingen für finnischen AKW-Neubau

Aus der Brennelementefabrik in Lingen wird auch ein finnischer AKW-Neubau in Olkiluoto versorgt, wie finnische Medien berichten. Der Neubau von Areva machte bereits durch zahlreiche Skandale beim Bau auf sich aufmerksam.  Wahrscheinlich ist am gestrigen Samstag ein Transport von Brennelemementen aus Lingen über Hamburg ins AKW Olkiluoto in Finnland gestartet. Der Frachter „Link Star“, der Samstag erneut in Hamburg ablegte, wurde von Atomkraftgegner*innen als eines der Schiffe identifiziert, die regelmäßig Atomtransporte durchführen. Da die Transporte der „Link Star“ in diesem Jahr zunehmen, vermuten Atomkraftgegner*innen, dass die neuen Brennelemente für den Probebetrieb des neuen AKW bestimmt sind. Dadurch wird klar, dass die Bundesrepublik Deutschland, die angeblich aus der Atomtechnologie aussteigt, weiter hilft, diese Technologie andernorts auszubauen.

In Lingen steht eine Brennelementefabrik, die vom französischen Atomkonzern Areva betrieben wird. Die Anlage hat eine unbefristete Betriebsgenehmigung und produziert Brennelemente für AKW in ganz Europa. Zuletzt geriet sie in die Kritik, weil sie auch die Pannenreaktoren in Belgien (in Tihange und Doel) beliefert. Anti-Atom-Initiativen fordern seit langem auch die Stilllegung dieser Anlage. Wer aus der Atomkraft aussteigen will, darf auch keine AKW im Ausland beliefern.

In Finnland baut der Konzern Areva in Olkiluoto einen neuen Reaktor vom Typ EPR. Bauzeit und Kosten explodieren seit Jahren – mittlerweile ist der Konzern bei 10 Jahren Verzögerung. Nach jetzigem Stand soll dort ab Herbst 2017 ein warmer Probebetrieb laufen und ab Mai 2019 eine Inbetriebnahme erfolgen. Meldungen wie die, dass für die Fundamente zu schwacher Beton verwendet wurde, zeigen die Unverantwortlichkeit von Konzernen wie Areva. Wenn es schon eine Meldung wert ist, dass die Brennelemente aus Lingen keine Probleme machen (wie im finnischen oben verlinkten Artikel), beruhigt das nicht gerade. AKW sind eine Technologie von gestern. Heute ist klar, dass es keine Lösung für den Atommüll und die Gefahren beim Betrieb von AKW geben wird – AKW müssen abgeschaltet, nicht neugebaut werden.

An diesem Wochenende trafen sich verschiedene Anti-Atom-Initiativen um gemeinsam über weitere Strategien gegen Atomtransporte zu diskutieren und thematisierten dabei auch die Transporte nach Finnland. Einen Aktionstag zu Transporten von Uranerzkonzentrat, auch bekannt als „Yellow Cake“, soll es im Februar geben. Der Wortlaut der gemeinsamen Pressemitteilung zur Belieferung von Olkiluoto III findet sich hier. Hintergrundinformationen zum Schiff „Link Star“ und dem Transport hat die Gruppe SAND (Systemoppositionelle Atomkraft Nein Danke Gruppe Hamburg) recherchiert.

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